Mein Ansatz

In meiner Beratungspraxis verbinde ich die systemische Perspektive mit einer körperorientierten Perspektive auf menschliches Erleben und menschliche Entwicklung.

Die systemische Perspektive beschreibt keinen Methodenkatalog – dennoch: Methoden, die ich gerne anbiete und die sich aus der systemischen Perspektive gut ableiten lassen, sind verschiedene Formate der Biografie- und Anteilearbeit, Strukturaufstellungen und Genogramme. Ein körperorientiertes Vorgehen berücksichtigt und nutzt bewusst die Körpereigenwahrnehmung.

Das konkrete (methodische) Vorgehen hängt immer vom individuellen Beratungsfall ab, von Ihrem Anliegen und Ihrem Auftrag an mich. Erste Ideen dazu besprechen wir gemeinsam im Erstgespräch und passen Struktur und Methodik im Laufe des Beratungsprozesses an Ihren persönlichen Prozess an. 

Wenn bei Ihnen Fragen oder Unsicherheiten aufkommen und Sie nicht wissen, ob meine Arbeitsweise für Ihr Anliegen passend ist, schreiben Sie mir gerne oder rufen Sie mich an. Gemeinsam können wir überlegen, wie ich Sie gut unterstützen kann.

Die systemische Perspektive

Entscheidend ist, dass wir Menschen in unserem Erleben und unserer Entwicklung immer in Beziehung zu unserer Umwelt stehen. Unser Verhalten und unser Erleben ist Teil eines (zirkulären) Wechselspiels zwischen uns selbst und dem System, mit dem wir in Kontakt stehen – unseren Beziehungen. Wir sind selbst Teil der uns umgebenden Systeme. Auch in uns beherbergen wir ein System, unsere inneren Anteile, die immer wieder miteinander in Aushandlung gehen. Zum Beispiel:

Ich habe Angst,
aber ich möchte mutig sein.
Ich weiß, dass ich keine Angst haben muss,
aber etwas in mir hat trotzdem Angst.

Wir nutzen unsere inneren Ressourcen und passen uns in unserem Verhalten so an, dass wir uns in unserem System zurechtzufinden. Wenn Verhaltens-, Denk- und Fühlmuster als belastend erlebt werden, stellt sich die Frage:
Wem oder was nützt dieses Muster?

Manchmal schützen wir etwas in unserem System und unser Denken, Fühlen und Verhalten ist dem Erhalt des Systems nütze. Manchmal wollen wir etwas in unserem System verändern und stoßen uns an Widerständen. Wem oder was nützt dieser Widerstand?

Die systemische Perspektive nimmt uns und die Dynamiken in uns und in unseren Systemen strukturiert in den Blick. So können wir manchmal besser verstehen, was genau uns bewegt und was uns behindert. Und Verständnis entwickeln für uns als handlungsfähige Wesen.

In der systemischen Beratung werden die Klient*innen und ihre Anliegen immer in Beziehung zu den Systemen betrachtet, in denen sie sich bewegen: ihr soziales Umfeld oder die gesellschaftlichen und institutionellen Strukturen, von denen sie selbst Teil sind.

Innerpsychisch gehen wir zudem von einem System aus inneren Anteilen aus, auch als das innere Team oder die innere Familie bezeichnet. Der systemische Blick betrachtet die Dynamiken und Prozesse, die im Außen und im Innen vorsichgehen;

zwischen den Systemen
zwischen den Mitgliedern eines Systems
und die Aushandlungsprozesse zwischen den inneren Anteilen.

Unsere Umgangsweisen mit anderen Menschen, emotionalen und strukturellen Anforderungen und unseren eigenen Bedürfnissen und Gefühlen sind geprägt von den Erfahrungen, die wir im Laufe unseres Lebens in den diversen Kontexten sammeln, in denen wir uns bewegen. Einige Kontexte prägen uns stärker als andere.

Wir entwickeln im Laufe unseres Lebens Verhaltens-, Denk- und Fühlmuster als sinnvolle Reaktionen auf die Anforderungen und Themen unserer Umwelt. Davon ausgehend ist aus systemischer Sicht jedes menschliche Verhalten sinnvoll: es ist sinnvoll in seiner Entstehung mit Blick auf den Kontext seiner Entstehung. Der Kontext beschreibt eine Situation und das vorherrschende Bedürfnis.

Einst als sinnvolle und funktionale Strategien erlernte Reaktionsmuster werden in anderen, uns erinnernden (Krisen-)Situationen manchmal wieder aktiviert. Das ist oft hilfreich und gut so. Manche einst sinnvoll erlernte Strategie, um sich gut um sich selbst zu kümmern und im eigenen Umfeld zurechtzufinden, wirkt heute hinderlich für das eigene Wohlgefühl und die Entwicklung in Beziehungen.

Wenn wir an den immer wieder gleichen Fragen im Leben hängen bleiben, Konfliktschleifen ein ums andere Mal drehen, unser Körpersystem uns schon lange einen Alarm schlägt und keine Veränderung in Sicht ist

– dann untersucht der systemische Blick die Wechselwirkungen zwischen uns und unserem System, unserem Erleben, unserem Verhalten und den Dynamiken im System, im Heute und bei Bedarf in unserer Geschichte. Wir fragen nach dem aktuellen Erleben und nach Wünschen, nach einer Idee von Wohlgefühl und nach Bedürfnissen.

Wohin führt mich mein Erleben? Wo möchte ich hin?

In der systemischen Perspektive gilt, mit Wertschätzung und Wohlwollen auf die Reaktionsmuster und Strategien zu schauen. Wurden sie doch aus einem mit Sicherheit nachvollziehbaren Grund entwickelt und etabliert und haben bereits sinnvolles bewirkt: Schutz des eigenen Systems, unseres Beziehungsnetzes und der eigenen Existenz.

Es klingt nur verständlich, dass eine Strategie, die uns lange Zeit geholfen hat, uns gut zu versorgen, beibehalten wird. Manchmal braucht es eine neue Perspektive, einen klaren Blick auf die heutigen Umstände. Manchmal konnte das Bild der aktuellen Umstände noch nicht ‚verankert‘ werden, unser inneres System funktioniert nach einem alten Schema, unser Nervensystem reagiert auf Reize, die es in einen anderen Kontext einsortiert. Dann fällt es schwer, neue Strategien zu entwickeln und Veränderung im Denken und Fühlen zu erleben, angepasst an die Umstände im Heute. 

Unser eigenes Verhalten beeinflusst die Systemdynamik, von der wir ein wirksamer Teil sind. In der Auseinandersetzung mit unseren eigenen Mustern und ihren Funktionen für das bestehende System, kann Wertschätzung für die eigene Leistung und ein Bewusstsein über die eigene Gestaltungsfähigkeit erwachsen.

Systeme verändern sich und entwickeln sich weiter, wenn wir in die Gestaltung gehen und etwas anders machen als bisher. Verändern wir etwas in uns, verändern wir etwas im System. Systemische Beratung ist ein Unterstützungstool, mutig in Veränderung zu gehen.

Die drei Punkte der systemischen Beratungspraxis von Corise Kaiser. Systeme | Bewegung | Körper - systemische Beratung & Arbeit mit Körperwissen - Corise Kaiser

Arbeit mit Körperwissen

Eine körperorientierte Perspektive in die Beratung zu integrieren bedeutet, die Körperlichkeit der ratsuchenden Person bewusst einzubeziehen: wir Menschen sind in allererster Linie körperlich. Unser Denken entwickelt sich über die Reizverarbeitung unseres Nervensystems. Unser Erfahrungswissen ‚liegt‘ körperlich in uns – es ist Körperwissen.

Wenn wir unseren Körperempfindungen Aufmerksamkeit schenken, können wir fühlen, wie es uns geht, was wir brauchen, was wir nicht mögen. Über das bewusste Wahrnehmen unseres Körpers, unsere Körperachtsamkeit, können wir mit unseren Bedürfnissen in Kontakt kommen. Körperliche Impulse und Signale leiten uns in unseren Entscheidungen und unserer Suche nach Entwicklungs- und Wohlfühlräumen. 

Was berührt mich?
Wann kommt (Un-)Ruhe in mir auf, wonach sehne ich mich?

Und sie zeigen uns unsere Grenzen auf:
Womit fühle ich mich unwohl? Wann spanne ich mich an, wann möchte mein Körper fliehen?

Im bewussten Körperkontakt mit uns selbst erleben wir, wie wir selbst Einfluss nehmen können auf unser aktuelles Befinden. Wenn wir lernen, wie wir uns selbst körperlich Gutes tun können, stärkt das unser Gefühl für unsere Handlungsfähigkeit: wir erleben, dass wir für uns sorgen können. Das kann ein erstarktes Gefühl von Sicherheit und Kraft schaffen, das unser Nervensystem beruhigt und uns befähigt, weiter voranzugehen in unserer Entwicklung.

Die Aufmerksamkeit für den eigenen Körper kann in Zeiten von Chaos, Plan- und Hilflosigkeit, von  Belastung und Überforderung dabei helfen, in ein Gefühl für sich selbst zurückzufinden. In meiner Beratungspraxis geht es mir unter einer körperorientierten Perspektive darum, eine erhöhte Aufmerksamkeit für Ihre körperlichen Empfindungen für Sie nutzbar zu machen.

Dabei arbeite ich mit Feingefühl und immer ausgehend davon, womit Sie sich wohlfühlen. Mit Fokus auf das, was für den Verlauf Ihres Prozesses nützlich ist, öffne ich Ihnen während der Gesprächssitzungen Räume, den Nutzen einer erhöhten körperlichen Selbstwahrnehmung kennenzulernen. Wir arbeiten nur dann mit Bewegung und Berührung, wenn es sich für Sie passend anfühlt. Wichtiger ist mir, Ihnen Gelegenheit zu geben, vom Denken und Grübeln ins Fühlen zu kommen.

Gefühle und Bedürfnisse, die wir auf der Suche nach den passenden Worten zerdenken, lassen sich manchmal über die Wahrnehmung von Körperempfindungen besser beschreiben. Auch im Gespräch miteinander ist die Referenz auf Körperempfindungen hilfreich, wenn wir anderen Menschen unsere Gefühle und Gemütszustände beschreiben wollen.

Wenn wir jemandem verständlich machen möchten, wie wir uns fühlen, nutzen wir häufig eine beschränkte Auswahl an Wörtern und gehen davon aus, dass unser Gegenüber eine Vorstellung davon bekommt, was in uns vorgeht. Unser Verständnis von Sprache, die Bilder und Gedanken, die wir mit Wörtern verknüpfen, unterscheidet sich jedoch von Mensch zu Mensch – weil wir unser Verständnis von Sprache über unsere gelebten Erfahrungen in unseren Kontexten, unseren Systemen machen und diese Erfahrungen für jeden Menschen anders aussehen.

Um uns einer geteilten Idee von dem anzunähern, was in uns vorgeht und was nur wir selbst direkt spüren, können wir unserem Gegenüber erzählen, wie sich ein Gefühl im Körper anfühlt. Wir erweitern so unser Vokabular. Über Gestik, Mimik und Bewegung können wir unserer Beschreibung noch mehr Informationen hinzufügen.

Das Bewusstsein für körperliches Befinden trägt zu einem Bewusstsein von sich selbst als ‚Ganzes‘ bei – denkend und fühlend, ein komplexes Wesen. Bewusste Atmung, Berührung und Bewegung beruhigen unser Nervensystem, über die Verortung einer Empfindung im Körper können gedankliches Chaos und Grübelspiralen unterbrochen werden.

In Situationen, die uns emotional stark fordern und in uns altbekannte Reaktionsmuster hervorrufen, verlieren wir manchmal das Gefühl dafür, wo wir uns gerade befinden: unser Nervensystem reagiert auf einen Reiz in der Gegenwart, wie es vor längerer Zeit gelernt hat, sinnvoll zu reagieren. Der körperliche Kontakt in der Gegenwart, Berührungen, mit dem Boden unter unseren Füßen, kann ein nützlicher Hinweis für unser Nervensystem sein, uns im Hier und Jetzt zu erleben.

Um in ein Gefühl von Wertschätzung und Wohlwollen den eigenen Reaktionsmustern gegenüber zu kommen – entsprechend des systemischen Grundgedankens von der Sinnhaftigkeit jedes menschlichen Verhaltens – hilft es, sich in Körperachtsamkeit zu üben. Über Körperachtsamkeit können wir mehr Selbst-Mitgefühl entwickeln, was uns hilft innere Spannungen mit mehr Ruhe und Sicherheit zu begegnen.

Die drei Punkte der systemischen Beratungspraxis von Corise Kaiser. Systeme | Bewegung | Körper - systemische Beratung & Arbeit mit Körperwissen - Corise Kaiser

Mehr Infos zu meinem Beratungsangebot:

Ich arbeite traumainformiert und traumasensibel.

Bei mir sind alle Menschen jeglicher ethnischer Herkunkt/Identität, Nationalität sowie jeglicher geschlechtlicher Identität, sexueller Orientierung und außerdem alle Beziehungen und Familien jedweden Formats willkommen.


Ich arbeite traumainformiert und traumasensibel.


Bei mir sind alle Menschen jeglicher ethnischer Herkunkt/Identität, Nationalität sowie jeglicher geschlechtlicher Identität, sexueller Orientierung und außerdem alle Beziehungen und Familien jedweden Formats willkommen.

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